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Das Amt Molfsee - Natur pur stadtnah
Durch ihre Lage im Dreieck Kiel-Neumünster-Rendsburg haben die Amtsgemeinden allseitig sehr gute Verkehrsanbindungen in die umliegenden Regionen. Die Verknüpfung mit dem Verkehrsnetz der Landeshauptstadt sowie die rasche Erreichbarkeit der Nachbargemeinden Flintbek, Bordesholm und Westensee kennzeichnen die zentrale Lage des Amtes Molfsee im Kieler Umland. Selbst Hamburg ist über die A7/215 mit der Anschlußstelle "Blumenthal" kein fernes Ziel.
Doch für die Attraktivität des Amtes Molfsee wenigstens von gleichrangiger Bedeutung ist die reichgegliederte und bewegte Hügellandschaft, in die die Gemeinden eingebettet sind. Geprägt wird sie zum einen von den Seen, denen Molfsee und Schierensee - und in Molfsee zudem jeweils die drei Ortsteile - ihre Namen verdanken, zum anderen durch die im Gut Bothkamp entspringende Eider. In einem breiten Urstromtal durchfließt sie mehrere Gemeindegebiete. Das von ihr gebildete, ökologisch besonders wertvolle Eidertal bestimmt zusammen mit den Seen, den sanften, teils bewaldeten Endmoränenhügeln, den saftig grünen Wiesen und den gelben Rapsfeldern auf engstem Raum ein vielfältiges Landschaftsbild, wie es so nur an wenigen Orten Schleswig-Holsteins anzutreffen ist. Der überwiegende Teil des Amtsgebietes gehört zum Naturpark Westensee, wobei der Westensee bei Rodenbek, die angrenzenden Waldungen und das dortige Eidertal im Verbund sogar als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind.
So ist das Amt Molfsee mit seiner abwechslungsreichen Landschaft heute ein bevorzugtes Naherholungsgebiet - nicht nur für Bürger der Landeshauptstadt. Ein ausgedehntes, attraktives Wanderwegenetz bietet dem Erholungssuchenden jede Menge Möglichkeiten, sich aktiv die vielfältigen Reize der Region zu erschließen. Empfehlenswert sind insbesondere Wanderungen oder Radtouren entlang der Eider oder über die von Knicks umsäumten Wege, die die Gemeinden miteinander verbinden. Dabei kann der Wanderer von mehreren Anhöhen aus wunderschöne Aussichten über das Amt bis hin nach Kiel oder Bordesholm genießen. Doch auch als Ausgangspunkt für größere Touren in die weitere Umgebung ist das Amtsgebiet aufgrund seiner zentralen Verkehrsanbindung bestens geeignet.
Das Amt Molfsee - Geschichte und Aufgaben
Die Geschichte des Amtes Molfsee reicht bis zum Jahre 1867 zurück. In jenem Jahr verleibte sich das Königreich Preußen die Herzogtümer Schleswig und Holstein gegen den Willen der Bevölkerung als Provinz ein. Noch im selben Jahr ordneten die Preußen die aus dem Mittelalter stammenden Verwaltungseinheiten neu. Sie schufen nach dem Vorbild ihrer anderen Provinzen neunzehn Landkreise, darunter den Kreis Kiel mit Sitz in Bordesholm, der 1907 in "Kreis Bordesholm" umbenannt wurde. Ihm gehörten fast alle Gemeinden des heutigen Amtes Molfsee an. Die Verwaltungseinheit "Amt" bzw. "Amtsbezirk" gab es zunächst noch nicht. Erst die Kreisordnung "für die östlichen preußischen Provinzen einschließlich Schleswig-Holstein" von 1888 enthielt gesetzliche Bestimmungen über die Bildung von Amtsbezirken. Es dauerte aber noch über ein Jahr, bis das "Kreisblatt für den Landkreis Kiel" dessen Einteilung in achtzehn Amtsbezirke zum 1. Oktober 1889 veröffentlichte. Einer von ihnen war Molfsee, bestehend aus den Gemeinden Blumenthal, Mielkendorf, Molfsee, Rumohr, Rumohrhütten, Schierensee und Sprenge sowie dem Gehege Rumohr, das zum Forstgutsbezirk Bordesholm gehörte. Bei der Gründung lebten nur rund 1.350 Personen im gesamten Amtsbezirk, der sich über knapp 32 Quadratkilometer erstreckte. Die einwohnerstärkste und flächengrößte Gemeinde war jedoch nicht Molfsee, sondern Blumenthal.
Seit seiner Gründung unterlag der Amtsbezirk mehrfachen Änderungen. So wurde schon 1896 die kleine Gemeinde Rumohrhütten aufgelöst und die Gehöfte zwischen Rumohr und Schierensee aufgeteilt. Das gleiche Schicksal ereilte 1938/39 die Gemeinde Sprenge, die damals zu Rumohr und Blumenthal kam. Durch Auflösung des Forstgutsbezirkes Bordesholm im Jahre 1928 fiel das Gehege Rumohr zur gleichnamigen Gemeinde. Im Jahre 1930 erfuhr der Amtsbezirk eine bedeutende Vergrößerung, als im Zuge der Aufhebung nahezu aller Gutsbezirke in Schleswig-Holstein die Gutsbezirke Blockshagen (mit dem Dorf Steinfurth), Schierensee sowie Annenhof (mit den Dörfern Hohenhude und Rodenbek), die vorher nicht zum Amtsbezirk Molfsee gehört hatten, verschwanden. Bis auf das Gut Schierensee, das mit der gleichnamigen Gemeinde vereinigt wurde, kam der gesamte Rest zu Mielkendorf. Dadurch vervierfachte sich dessen Gemeindegebiet, und die Einwohnerzahl wurde mehr als verdoppelt. Ständige Reibereien zwischen dem alten Mielkendorf und den neuen Gemeindeteilen führten schließlich 1951 zur Loslösung der Ortsteile Annenhof, Rodenbek und Hohenhude. Es entstand eine neue Gemeinde, die jedoch nicht nach dem Gut, sondern nach dem Dorf Rodenbek benannt wurde. Seit dieser Zeit besteht das Amt - die neue Bezeichnung für den Amtsbezirk - aus den Gemeinden Blumenthal, Mielkendorf, Molfsee, Rodenbek, Rumohr und Schierensee.
Als 1932 der Kreis Bordesholm aufgelöst wurde, fielen die westlichen Gebiete, darunter auch der Amtsbezirk Molfsee, an den Kreis Rendsburg. Dieser wurde 1970 im Zuge der Kreisgebietsreform mit dem "Kreis Rendsburg-Eckernförde" vereinigt.
Die Aufgabengebiete eines Amtsbezirkes bzw. Amtes haben sich - anders als die Verwaltungsstruktur - seit 1888 nur unwesentlich verändert. Nach der Kreisordnung von 1888 verwaltete der Amtsvorsteher "die Polizei, insbesondere die Sicherheits-, Ordnungs-, Sitten-, Gesundheits-, Gesinde-, Armen-, Wege-, Wasser-, Feld-, Forst-, Fischerei-, Gewerbe-, Bau-, Feuerpolizei usw.". Der Ausdruck "Polizei" darf nicht mit dem heutigen Begriff verwechselt werden, sondern damals wurden darunter öffentliche Angelegenheiten und ihre Beaufsichtigung verstanden. Die heutige Polizei hieß vor hundert Jahren Gendarmerie! Neben obigen Aufgaben hatte der Amtsvorsteher "das Recht und die Pflicht, da, wo die Erhaltung der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit sein Einschreiten nothwendig macht, das Erforderliche anzuordnen und ausführen zu lassen".
Nach dem Zweiten Weltkrieg paßte die britische Besatzungsmacht die vorgefundenen Verwaltungsstrukturen demokratischen Prinzipien an. Es kam zu einer klaren Trennung zwischen politischer Führung einerseits und unpolitischer Verwaltung andererseits. Seither wird der Amtsvorsteher vom Amtsausschuß, einem aus den Bürgermeistern der amtsangehörigen Gemeinden und zusätzlich delegierten Gemeindevertretern gebildeten Gremium, gewählt. Die Zuständigkeiten eines Amtes erstrecken sich auf sämtliche Aufgaben der öffentlichen Verwaltung, d. h. Selbstverwaltung (z. B. Schulwesen, Feuerschutz, Kulturangelegenheiten, oder Wegesachen) und Aufgabenzuweisungen von Bund und Land (z. B. Personenstands- und Ordnungswesen, Sozialhilfegewährung oder Bauverwaltungsangelegenheiten), anstelle der amtsangehörigen Gemeinden wahrzunehmen.
Durch den starken Zustrom von Flüchtlingen, Vertriebenen aus den Ostgebieten und Ausgebombten aus den Städten kam es zu einer erheblichen Zunahme der Bevölkerung, die sich in den 60er und 70er Jahren durch die Ausweisung von Baugrund für Einfamilienhäuser fortsetzte. Die Bewältigung der vermehrten Aufgaben zog die Notwendigkeit einer grösseren Verwaltung nach sich. Da der Amtsvorsteher in den ersten Jahrzehnten des Bestehens des Amtes Molfsee auf die ihm laut Gesetz zustehenden Amtsdiener und -sekretär verzichtete, genügte der Amtsverwaltung bis 1949 ein Zimmer im Hause des jeweiligen Amtsvorstehers, danach zog die Amtsverwaltung erstmals in ein angemietetes Gebäude (Hamburger Chaussee 11 in Molfsee) ein. 1972 wurde der Verwaltungssitz in den Molfseer Ortsteil Rammsee (Mielkendorfer Weg 19) verlegt. Doch dieses Haus erwies sich schon bald als zu klein. Ein Neubau im Mielkendorfer Weg 2 in Rammsee wurde geplant und 1982 seiner Bestimmung übergeben.
Die letzte wesentliche Veränderung der Verwaltungsstruktur datiert auf das Jahr 1984. Damals erreichte die Gemeinde Molfsee die 5000-Einwohner-Grenze und konnte damit einen hauptamtlichen Bürgermeister einstellen. Da diesem nach der Gemeindeordnung eine eigene Verwaltung zusteht, übertrug das Amt der Gemeinde Molfsee die Führung der Verwaltungsgeschäfte des Amtes und seine Dienstkräfte. Es entstand die Amts- und Gemeindeverwaltung Molfsee. Verwaltungschef ist seitdem nicht mehr der Amtsvorsteher, sondern der Bürgermeister von Molfsee.
Zahlen und Fakten - Das Amt Molfsee und seine Gemeinden auf einem Blick
Die Grenzen des Amtes Molfsee reichen im Norden bis an die unmittelbare südliche Grenze der Landeshauptstadt Kiel, im Westen bis an den Westensee, im Osten bis an die L318 (ehemalige B4) und die Eider zur Nachbargemeinde Flintbek und im Süden bis an die Autobahnauffahrt Blumenthal A215. Das Amt Molfsee gehört zum Kreis Rendsburg-Eckernförde, dem größten Kreis in Schleswig-Holstein. Die Gemeinde Molfsee liegt im Verdichtungsraum Kiel. Die übrigen fünf amtsangehörigen Gemeinden sind dem Ordnungsraum Kiel zugeordnet und liegen größtenteils im Naturpark Westensee, der als Raum mit besonderer Bedeutung für Tourismus und Erholung ausgewiesen ist.
Verkehrsanbindungen
Der Verkehrsverbund Region Kiel (VRK) versorgt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in der Landeshauptstadt Kiel, im Kreis Plön und in Teilen des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Dem Verbund gehören folgende Unternehmen an: (Vorwahl: 0431)
- Kieler Verkehrs-AG (KVAG): 59402
- Autokraft GmbH (AK): 666-0
- Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH (VKP): 7058-0
- Regionalbahn Schleswig-Holstein GmbH (RB): 66489-0
- Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH (SFK): 594126
Der Bevölkerung des Amtes Molfsee bietet der VRK viele fahrgastfreundliche Verbindungen mit abgestimmten Umsteigemöglichkeiten der angegebenen Verkehrsbetriebe. Die Landeshauptstadt Kiel, aber auch die umliegenden Ortschaften wie Flintbek und Bordesholm sind mit dem Bus gut zu erreichen. So sind es von Molfsee zum Hauptbahnhof im Zentrum Kiels nur ca. 6 km. Ebenfalls gut erreichbar ist der Flughafen in Kiel-Holtenau, von dem aus täglich Flüge nach Berlin, Frankfurt, Köln-Bonn und Nürnberg angeboten werden, sowie die A 215/A 7 mit der Abfahrt Blumenthal. Wegen der umfangreichen Angebote der VRK wird auf das Fahrplantaschenbuch verwiesen, das für eine Schutzgebühr an den Fahrkartenverkaufsstellen in Kiel zu erwerben ist.
weitere Informationen finden Sie unter dem Stichwortverzeichnis in der Rubrik: Molfsee von A bis Z
- Amtsvorsteher Johann-Peter Nikschtat, Verwaltung Molfsee, Tel.: 0431/65009-32
- Ltd. Verwaltungsbeamter Roman Hoppe, Verwaltung Molfsee, Tel.: 0431/65009-31
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